Grillkohle ohne Tropenholz
Österreich grillt und benötigte dafür im Vorjahr 14.500 t Holzkohle - mehr als je zuvor. Produziert wird Holzkohle zu mehr als 90 Prozent im Ausland. Oftmals kommt sie aus Südamerika oder Afrika und wird in Europa nur noch gesiebt und abgefüllt. Aber kann Grillkohle im österreichischen Handel Tropenholz aus illegalen Quellen enthalten?
Ja. Die Arbeiterkammer OÖ hat die Holzarten von insgesamt 16 Grillkohle und –briketts im Labortest bestimmen lassen und dabei festgestellt, dass drei Produkte Tropenholz enthalten. Zudem enthielten selbst hochpreisige Qualitätsprodukte zum Teil günstigere Holzarten, als auf der Verpackung angegeben.
Nach wie vor stammen viele importierte Holzprodukte aus illegalen Rodungen. Die Vereinten Nationen und Interpol schätzen in einem gemeinsamen Bericht, dass weltweit 15 bis 30 Prozent des Holzeinschlags illegal geschehen. Um den Import von illegal geschlagenem Holz nach Europa einzudämmen, wurde seitens der EU eine Holzhandelsverordnung erlassen. Einziges Problem dabei: Sie gilt nicht für Holzkohle.
Die gute Nachricht für Konsumenten: Bereits 8 der 16 getesteten Grillkohle-Produkte sind mit den Gütesiegeln FSC bzw. PEFC ausgezeichnet, stammen also garantiert aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und kontrollierten Quellen. Bei der AK-Grillkohlen-Erhebung des Vorjahres waren nur halb so viele zertifizierte Produkte am österreichischen Markt erhältlich.
Achten Sie daher bei Grillkohle auf die Gütesiegel FSC und PEFC, halten Sie nach Grillkohle aus reinen Abfallprodukten wie Kokosnussschalen oder Olivenkernen Ausschau, kaufen Sie bei einem der acht Kühler in Österreich Grillkohle ab Hof oder probieren Sie einen Solargriller.
Details zum Test finden Sie auf www.ooe.konsumentenschutz.at.
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