LINZ. Wer sich mit zunehmendem Alter oder aufgrund einer körperlichen Einschränkung Übungen wie den herabschauenden Hund nicht mehr zutraut, der sollte es mal mit Sesselyoga probieren.
„Meine älteste Teilnehmerin war 84 Jahre. Sie hat drei Kurse hintereinander besucht, weil es ihr so getaugt hat“, lacht Birgit Kogler, Diplomierte Hatha-Yoga- und Sesselyoga-Lehrerin.
Sesselyoga richtet sich an Senioren aber genauso auch an Menschen mit körperlichen Einschränkungen. „Ich bin selber 54 und ganz ehrlich, ich merke mittlerweile, dass es gute und schlechte Tage beim Yoga gibt. Der Körper verändert sich. Gerade ältere Menschen haben eine eingeschränkte Beweglichkeit. Ich kenne aber auch viele Menschen 50+ oder 60+, die gerne Yoga machen würden aber sagen, 'das mit dem herabschauenden Hund schaffe ich nicht mehr', weil vielleicht das Knie kaputt ist oder die Hüfte schmerzt.“
Generell richtet sich Sesselyoga aber einfach an alle, die sich auf einem Sessel wohler fühlen als auf der Matte, egal welchen Alters oder Fitnesslevels.
Die Linzerin gibt unter anderem Kurse an der Volkshochschule, im Ennser Seniorenclub und in Pflegeheimen. Aktuell sucht sie auch einen Kursraum in Linz. Die Resonanz ist durch die Bank positiv. „Es freut mich sehr, wenn jemand durch Sesselyoga fitter und beweglicher geworden ist. Oder jemand aufgrund der Atemübungen besser schlafen kann.“
Übungen im Sitzen
Sesselyoga vereint die positiven Effekte von Yoga mit der Bequemlichkeit des Sessels. Das Training ist auch hier ganzheitlich ausgelegt. Neben Atem-und Entspannungsübungen gibt’s Übungen zur Kräftigung des Körpers. „Wir bringen den Rücken auf Vordermann, kümmern uns um Hüfte, Arme, Beine, und auch die Bauchmuskeln kommen dran“, zählt Birgit Kogler auf. Die Übungen werden vorrangig sitzend praktiziert oder „wir halten uns im Stehen am Sessel fest“.
Das Training richtet die Linzerin nach den Fähigkeiten der Teilnehmer aus. „Im Pflegeheim beispielsweise sind viele Personen mit Rollator dabei. Statt einem Krieger versuchen wir hier einfach das Bein zu heben und die Wirbelsäule wieder in Schwung zu bringen.“ Wer meint, dass ältere Menschen mit Yoga und der Philosophie nichts am Hut haben, irrt. „Sie sind total aufgeschlossen und haben Freude daran, etwas Neues zu lernen.“ Das gemeinsame Tun in der Gruppe macht es umso schöner. Wer eine Übung nicht schafft, für den hält die 54-Jährige stets eine Alternative bereit, denn für sie gilt: „Solange man beim Yoga ein Lächeln im Gesicht trägt, kann man weiter machen, aber Yoga darf nie weh tun.“
Mehr: mehryogaimleben.at
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