Passender fahrbarer Untersatz vorausgesetzt, kann der ganze Tag eine einzige Gelegenheit sein. Der Ford Puma ST ist so einer. Die Kölner haben mittlerweile so einige emotional besetzte Modelle im Angebot. Die Marke mag vielen tendenziell als „brav“ gelten, und tatsächlich ist der Erfolg Evergreens wie Fiesta, Focus oder Mondeo zu verdanken. Es geht aber auch um etwas anderes, Ruhm und Ehre zum Beispiel. Mit Fiesta ST, Focus RS, Mustang oder dem unanständigen Raptor hat Ford hier so einiges zu bieten. Und mit dem elektrischen Mustang Mach E steht ja auch schon der nächste Teilchenbeschleuniger vor der Tür.
Dort parkt aktuell der Puma ST. Ja, ausgerechnet ein SUV soll uns direkt ins Herz gehen. Das funktioniert deshalb, weil der Puma per se eher einem dezent höhergelegten Kompakten mit fescher Silhouette entspricht. Als ST findet das Ganze zu einer visuellen Dramatik der besonderen Art. Sportfahrwerk, 19-Zöller, rot lackierte Bremssättel, Seitenschweller, schwarz lackierter Dachspoiler und so manches mehr schärfen den Puma ordentlich an. Und fast so, als ob Sorge bestünde ihn zu übersehen, war der Testwagen in Furious Grün-Metallic gehalten.
Der Name passt, zur Farbe wie zum Auto.
Nie kommt der Verdacht auf, hier handle es sich lediglich um eine sportliche Ausstattungslinie. Wer zweifelt, möge den roten Startknopf drücken. Die aktive Klappensteuerung der Doppelrohr-Auspuffanlage entlässt ein heißeres Röcheln, quasi ein akustischer Warnhinweis für alle Unwissenden. 200 PS und 320 Newtonmeter maximales Drehmoment aus einem 3-Zylinder Turbobenziner lauern auf der Vorderachse, sehnen sich nach einem potenten Rechtsfuß. Und Rechtshänder, weil der Puma ST über eine unfassbar knackige 6-Gang-Handschaltung verfügt.
Die Leistungsdaten erzählen allerdings nur die halbe Geschichte. Freilich beeindrucken sie, und in 6,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu sprinten macht sich am Papier recht gut. Das können viele Plug-in-Hybride aber auch. Den Unterschied macht die Dynamik des Puma ST. Das harte Fahrwerk macht ihn gemeinsam mit Finessen wie Torque Vectoring und Differentialsperre zu einem Kurventier. Scharf zupackenden Bremsen, direkte Lenkung und besagte Handschaltung adeln den Puma ST zu einem querdynamischen Erlebnis. Der rotzige Sound des Triebwerkes setzt dahinter noch das emotionale Rufzeichen.
Demnach sind im Interieur auch nicht das Ford Navi samt SYNC 3 Sprachsteuerung, das Bang&Olufsen Soundsystem oder die beheizbare Frontscheibe die wichtigsten Features. Freilich sind sie super und wir würden sie nicht missen wollen. Essentieller erschienen uns aber die anschmiegsamen Recaro-Sportsitze, das Sportlederlenkrad und die Alupedale. Möglich, dass sich das mit Fortdauer etwas umkehrt, nach einiger Zeit auch die Assistenzsysteme ausreichend gewürdigt werden.
Zu haben ist der Ford Puma ST ab EUR 33.890,00. Unser Testwagen war ein etwas besser ausgestatteter ST X, mit EUR 37.390,00 preislich auch sehr attraktiv. Was an Extras noch angeboten wird, steckt überwiegend in sinnvollen Paketen. Unser Tipp, das Performance-Paket, wo sich die Launch Control versteckt. Auch für sie gibt es mit Gewissheit ausreichend Gelegenheiten.
Echt lässig:Die Absenz jedweden Kompromisses.
Echt stressig:Die ständigen Vergleichsangebote.
Echt fett:Wie ernst es der Puma STmeint.
Echt jetzt:Zu denken man bräuchte eine Vignette.
Daten Ford Puma ST X
Motor: 3-Zylinder Turbobenziner
Leistung: 200 PS
Max. Drehmoment: 320 Nm / 2500 U.
Testverbrauch: 7,9 Liter
Vmax: 220 km/h
0 auf 100 km/h: 6,7 Sek
Preis ab EUR 37.390,00
by fahrfreude.cc - Der österreichische Motorblog
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